
Nach Einführung der Riester-Förderung im Jahr 2001 entfiel nur ein sehr geringer Anteil der abgeschlossenen Riesterrenten auf Fondssparverträge. Der Anteil der Riester-Verträge mit Fonds-Sparplänen steigt aber seit einigen Jahren kontinuierlich an. Dies liegt vermutlich vor allem an den höheren Renditechancen. Fonds erzielten durch die insgesamt gute Entwicklung am Aktienmarkt in den vergangenen Jahrzehnten eine durchschnittliche Rendite von acht bis zehn Prozent. Im Vergleich dazu liegt die Verzinsung bei Rentenversicherungen nach Riester im Durchschnitt nur bei 3,5 bis vier Prozent. Wenn an der Börse über einen längeren Zeitraum die Kurse nachgeben, dann haben manche Fondssparpläne Sicherheiten eingebaut. Einige Versicherungen investieren in schlechten Zeiten Teile des Geldes in Rentenfonds oder festverzinsliche Wertpapiere, um Verluste wieder aufzufangen. Die eingezahlten Beiträge und staatlichen Zulagen sind in jedem Fall garantiert, auch wenn der Fonds zum Zeitpunkt der Auszahlung, also bei Rentenantritt, im Minus steht. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Anleger am Ende keine Rendite erwirtschaftet hat, aber für Sparer mit besonders hohem Sicherheitsbedürfnis, bieten sich eher Banksparpläne oder Rentenversicherungen mit Riester-Förderung an. Dafür verzichtet man aber auf einen großen Teil der beim Fondssparen üblichen Rendite.
Auch Verbraucherschützer empfehlen inzwischen das staatlich geförderte Fondssparen. Da es sich dabei aber um eine langfristige Anlageform handelt, ist sie in erster Linie für junge Menschen zu empfehlen. Älter als 50 sollte der Sparer bei Abschluss des Vertrages nicht sein. Falls ein Versicherte das Geld aus dem Fondssparplan früher benötigt, zum Beispiel um seinen Hausbau zu finanzieren, dann kann der Riester-Fonds aufgrund seines hohen Aktienanteils auch einmal im Minus stehen. Langfristig lohnt sich der Riester-Sparplan mit Fonds aber in jedem Fall. Wie auch bei anderen Riester-Produkten gilt: Vor Vertragsabschluss sollte der Arbeitnehmer sich gründlich informieren und Angebote von verschiedenen Anbietern vergleichen. Die Kosten variieren bei Fondssparplänen mit Riester ähnlich stark wie bei den Rentenversicherungen mit Riester-Förderung. Der Anteil der Kostenlast kann je nach Vertrag zwischen vier und über 14 Prozent liegen. Ebenso ist auch die Verteilung der Kosten bei jedem Fondssparplan nach Riester anders geregelt.
Ein weiterer Vorteil dieser Form der Vorsorge im Vergleich zur Rentenversicherung ist, dass wirklich jeder eingezahlte Euro, abzüglich der Kosten, investiert wird. Es gibt keine komplizierten Versicherungstarife oder Unisex-Regelungen wie bei der Rentenversicherung.
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